14 Tage

By Ruben • Indien • 13 Jun 2014

Namaste

Das war es dann aber auch schon wieder mit den indischen Wörtern die ich sprechen und mir merken kann, aber immerhin schreibe ich jetzt endlich mal wieder einen Blogeintrag. Auch in der letzten Woche ist viel passiert und ich hab wahrscheinlich schon wieder die Hälfte vergessen aber ich versuche mal zu rekonstruieren ;-).

Treffen mit deutschen Praktis

Letzte Woche schon haben wir uns mit einigen anderen deutschen Praktikanten, die hier bei Bosch in Bangalore sind, getroffen. Was mich sehr überrascht hat, dass es hier tatsächlich ziemlich viele deutsche Praktikanten gibt. Hätte man das mal früher gewusst, hätten sich wahrscheinlich viele Fragen schneller und einfacher klären lassen können. Aber wir haben es ja auch so geschafft unser Visum zu beantragen, und das sogar ohne Beanstandungen innerhalb von einer Woche.

Der Rest der Woche verlief eher ruhig und normal, wenn man denn jetzt schon von normal reden kann. Was aber auf jeden Fall normal ist: Es ist so gut wie immer schon dunkel wenn ich vom Arbeiten nach Hause komme, deshalb gibt es auch jetzt erstmal Bilder von der Umgebung bei Nacht. Ich muss auch ehrlich sagen, dass es bei Nach reizvoller aussieht als tagsüber, da der ganze Müll, der an allen Straßenecken liegt nicht so leicht sichtbar ist. Bei dem Versuch unser Wohnhaus zu fotografieren wollte ich mich in die Mitte von drei Straßenhunden begeben, um eine bessere Sicht auf das Haus zu bekommen. Dem einen Hund gefiel das aber nicht so gut, sodass er anfing mit bellen, was die anderen Zwei natürlich gleich animierte mitzumachen. Mit meinem Stativ bewaffnet habe ich dann doch zum Rückzug geblasen, da mir die Hunde schon etwas Angst eingejagt haben. Ok, wenn ich ehrlich bin hatte ich kurz sogar richtig Schiss und bin weggerannt. Der Niklas, der mich dabei beobachtet hat, hat sich darüber natürlich köstlich amüsiert und auch ich musste danach drüber lachen.

Wochenende

Ohne weitere Zwischenfälle ging es dann ins Wochenende. Am Samstag sind wir zu viert (vier DHBW-Elektrotechnikstudenten) zum City Market gefahren. Das ist einerseits ein großes offenes Gebäude in dem es Marktstände gibt und anderseits gibt es in der näheren Umgebung ziemlich viele kleinere Läden. Zu kaufen gibt es Früchte, Gemüse, Töpfe, Holi Farben, Schmuck und ähnliches. Außerdem gibt es dort Blumenketten zu kaufen die in aufwändiger Handarbeit hergestellt werden. Inmitten der Blumenverkäufer hatte man dann zur Abwechslung mal einen richtig angenehmen Duft in der Nase J. Vom City Market ging es dann mit der Auto Rickshaw weiter zum Bangalore Palace, der eher wie eine Burg aussieht und auch ursprünglich als Verteidigungsanlage errichtet wurde. Nach einer Audioguide-Führung wollten wir noch zur Mahatma Gandhi Road (MG Road), einer Einkaufsstraße, an der beispielsweise auch das Hardrock Café Bangalore liegt. Vor dem Palace warteten dann zwei Rikschas-Fahrer die uns zu einem Spottpreis anboten zur MG Road zu fahren und auf dem Weg dorthin sogar noch eine kleine Stadtführung zu geben. Natürlich hatte dieses Angebot auch einen Haken: Auf dem Weg machten wir auch noch Halt bei einem Souvenirladen, die sehr darauf erpicht waren uns viele Sachen zu unglaublich „guten Preisen“ zu verkaufen. Nachdem wir dann 10min in dem Laden zugebracht hatten und Joachim sogar noch was eingekauft hatte waren die Verkäufer und Rikscha-Fahrer mehr oder weniger zufrieden und wir wurden tatsächlich zum versprochenen Ort gefahren.

Woche 2

Diese Woche verlief dann auch eher etwas ruhiger. Leider tut aber mein Handy seit dem Wochenende nichtmehr so wirklich richtig und so wie es soll. Ich befürchte es hat während dem Laden einen zu hohen Impuls abbekommen, als hier mal wieder der Strom ausgefallen ist. Stromausfälle gibt es hier mindestens 2-mal am Tag. Oft sind sie auch nur von sehr kurzer Dauer, aber manchmal hat man dann auch 2h keinen Strom. Mit solchen Dingen muss man sich hier aber einfach abfinden und es hat sich gezeigt, dass man hier auch nicht alles hinterfragen sollte. Oft ist es einfach gut die Sache einfach so zu akzeptieren und vielleicht sogar drüber zu lachen. Oder man übernimmt einfach die befreiende Kopfbewegung der Inder: das Kopfwackeln. Das ist ein Phänomen, das sich nicht so leicht erklären lässt und ich weiß auch nicht, ob es dafür eine Erklärung gibt. Auf jeden Fall wackeln die Inder zu jeder Situation mit ihrem Kopf. Dabei ist es oft eine Zustimmung, manchmal einfach eine Kopfbewegung beim Zuhören, manchmal ein Zeichen zum Gehen, selten kann es auch Nein bedeuten und häufig hat es wohl auch nichts zu bedeuten. Alles in allem, für einen Anfänger wie mich, nicht einfach zu deuten was es jetzt bedeuten soll. Trotzdem erwische ich mich selbst schon immer häufiger dabei, dass ich dieses Kopfwackeln übernehme, wenn auch nicht in so einer ausgeprägten Form wie die Inder, aber es bleiben ja auch noch ein paar Wochen zum Optimieren.

Essen

Jetzt muss ich noch ein paar Worte zum Essen loswerden. Grundsätzlich bin ich ja nicht so der Scharf-Esser. Ein bisschen Schärfe mag ich ja schon hin und wieder aber hier ist mir das meiste Essen dann doch etwas zu scharf. Glücklicherweise gibt es meistens eine Möglichkeit die Schärfe etwas zu lindern (gebackene Teigfladen, Reis, Joghurt) und ich gewöhne mich auch etwas an die Schärfe. Da es jedoch jeden Tag in der Kantine sehr sehr ähnliches indisches Essen gibt bin ich auch für Abwechslung dankbar. So haben wir diese Woche einmal Röstkartoffeln selber gemacht und das Highlight des heutigen Tages war auch eine neue Essensentdeckung. Fast vor der Haustüre gibt es einen Straßenimbiss bei dem es „chicken roll“ gibt. Das sieht aus wie ein kleiner Yufka und ist gefüllt mit Hühnchen vom Spieß, Tomaten, Kraut, Zwiebeln und einer Yoghurtsoße. Es ist überhaupt nicht scharf, schmeckt sehr lecker und ist zudem noch sehr günstig. Dort werde ich in Zukunft also öfters essen.

Morgen geht es in den Bannerghatta National Park und am Sonntag sind Niklas und ich auf eine indische Hochzeit eingeladen, bei der wir nicht einmal das Brautpaar kennen. Die Einladung erfolgte auch nicht vom Bräutigam sondern von einem Kollegen. Das ist hier aber so üblich und auf die Frage hin was wir denn schenken können hieß es: „Ihr kennt sie doch gar nicht, wieso solltet ihr denn dann was schenken“. Es wird also ein spannendes Wochenende und heute Nacht mal wieder eine viel zu kurze Nacht ;-).

Sonstige Infos

Die aktuellsten Bilder gibt es unter http://blog.rubenbaufeld.de/?page_id=655

Alle Indienbilder findet ihr unter http://blog.rubenbaufeld.de/?page_id=598

Falls jemand das dringende Bedüfnis hat mir eine SMS zu schreiben. Hier meine indische Handynummer: +91 7829 872463
Ansonsten bin ich aber auch per Mail, Whatsapp oder sonstigen Kanälen erreichbar.

Falls ihr irgendwelche Fragen habt, dann dürft ihr auch gerne einfach einen Kommentar hier schreiben 😉

Gute Nacht und bis bald.
Namaste


 

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